Niemandskinder - Roman von Levi van Leeuwen - ISBN 979-8323744428

LEVI VAN LEEUWEN

Niemandskinder

Ein Weihnachtsabend.
Keine Recherche geplant.
Keine Geschichte vorgesehen.

Paprika Esser begegnet Thomas Schulze.
Fotograf.
Unauffällig.
Kontrolliert.

Was beiläufig beginnt, entwickelt Gewicht.

Thomas sucht keine Öffentlichkeit.
Er sucht Herkunft.
Dokumente fehlen.
Biografische Brüche bleiben unerklärt.

Paprika hört zu.
Und erkennt ein Muster.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Amandine beginnt sie zu recherchieren.
Nicht aus Sensationsinteresse.
Sondern weil Lücken selten zufällig sind.

Die Spur führt in die Vergangenheit.
In Archive.
In Akten.
In ein System, das Identitäten verwaltete – und bei Bedarf neu schrieb.

Was offiziell abgeschlossen scheint, wirkt fort.
Netzwerke bestehen.
Schweigen organisiert sich.
Verantwortung diffundiert.

Mit jeder freigelegten Information verschiebt sich nicht nur Thomas’ Geschichte.
Auch Paprika gerät näher an die Frage,
was staatliche Macht mit Biografien tun kann –
und was davon bleibt.

Nicht jedes Kind kennt seine Herkunft.
Manche haben eine Akte statt Erinnerung.

NIEMANDSKINDER IST EIN ROMAN ÜBER IDENTITÄT UND DOKUMENTATION. ÜBER EIN SYSTEM, DAS LEBEN REGISTRIERTE – UND UMFORMTE. UND ÜBER DIE FOLGEN, DIE NICHT MIT EINEM REGIME ENDEN.

BASIEREND AUF REALEN STRUKTUREN.
NICHT AUF ABGESCHLOSSENER VERGANGENHEIT.

Veröffentlichung: 13.5.2021 (1. Auflage)
Taschenbuchausgabe: 375 Seiten (ISBN 979-8-3237-4442-8)

Hier erhältlich:

Als E-Book oder Taschenbuch.
Ausgabe wählen und bei Amazon bestellen.

EINE THEATERSZENE

Bühne:
Dunkel.
Ein schmaler Lichtkegel auf einem Tisch.
Darauf: Akten. Ein Tonbandgerät. Staub im Gegenlicht.

Im Hintergrund ein Stuhl.
Ein Mantel darüber.
Unbesetzt.

Beginn:
Die Journalistin tritt auf.
Kein Pathos.
Keine Musik.

Sie öffnet eine Akte.
Blättert.
Hält inne.

Leises Stimmengewirr aus dem Off.
Nicht verständlich.
Nur Präsenz.

Monolog:

„Es gibt Vorgänge ohne Abschluss.
Biografien ohne Ursprung.
Namen ohne Adresse.

Manche Menschen verschwinden nicht.
Sie werden abgelegt.

In Ordnern.
In Archiven.
In Zuständigkeiten.

Ein Bruder kann verloren gehen,
ohne dass jemand ihn sucht.

Nicht, weil er tot ist.
Sondern weil niemand zuständig war.“

Szene:
Im Halbdunkel erscheinen Silhouetten.
Kein Kitsch.
Nur Abstand.

Die Journalistin hebt ein Dokument an.
Ein Name wird laut ausgesprochen.

Stille.

Ein zweiter Name.

Stille.

Die Figuren treten einen Schritt näher.
Zögernd.
Nicht sicher, ob Erinnerung reicht.

Schluss:

„Es geht nicht um Vergangenheitsbewältigung.
Es geht um Verantwortung.

Wer eine Geschichte kennt,
kann nicht mehr behaupten,
sie habe nie existiert.“

Licht bleibt sachlich.
Kein Triumph.
Nur Sichtbarkeit.

Andere Räume

Privacy Settings
We use cookies to enhance your experience while using our website. If you are using our Services via a browser you can restrict, block or remove cookies through your web browser settings. We also use content and scripts from third parties that may use tracking technologies. You can selectively provide your consent below to allow such third party embeds. For complete information about the cookies we use, data we collect and how we process them, please check our Privacy Policy
Youtube
Consent to display content from - Youtube
Vimeo
Consent to display content from - Vimeo
Google Maps
Consent to display content from - Google

BÜCHER

Gedichte