Carl. – Ein Leben auf See, ein Herz voller Fragen.

Levi van Leeuwen

Carl.

Carl wollte nie Held sein.

Er ist Seemann geworden, weil das Meer ihm ehrlicher erschien als alles an Land.
Auf See gibt es Windrichtungen, Strömungen, Entscheidungen.
Man irrt sich – oder man lernt.

Sein Logbuch erzählt nicht von Ruhm.
Es erzählt von Nächten, in denen das Schiff arbeitet und keiner spricht.
Von Häfen, die kommen und gehen.
Von Begegnungen, die bleiben – obwohl man weiterfährt.

Carl läuft selten wirklich ein.
Nicht, weil er nichts sucht.
Sondern weil er nicht weiß, ob Ankommen Stillstand bedeutet.

Zwischen Sturm und Flaute stellt sich irgendwann eine andere Frage:
Ist Freiheit die Abwesenheit von Bindung –
oder nur die Angst davor?

Das Meer verlangt nichts.
Aber es gibt auch nichts zurück.
Keine Antworten.
Nur Raum.

Carl. ist das Protokoll eines Mannes, der lernen muss, dass man sich selbst auf keiner Karte findet. Und dass der schwierigste Kurs nicht über den Atlantik führt – sondern an Land.

Veröffentlichung: 27.5.2025 (1. Auflage)
Taschenbuchausgabe: 531 Seiten (ISBN 979-8-2814-1577-4)
Gebundene Ausgabe: 531 Seiten (ISBN 979-8-2853-5293-8)

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Levi über Carl.

Manche Bücher schreibt man, weil man eine Geschichte erzählen will.
Andere schreibt man, weil man sonst nicht weiterkommt.

CARL. ist beides.

Ich habe lange geglaubt, ich schreibe über das Meer.
Über einen Mann, der seinen eigenen Kurs sucht.
Über Freiheit, Entfernung, Aufbruch.

Irgendwann habe ich verstanden:
Ich schreibe über Nähe.
Über das, was bleibt, wenn jemand fehlt.
Und über die Frage, wie man mit einem Verlust lebt, der keinen sauberen Abschluss hatte.

Carl ist keine Heldengeschichte.
Er ist ein Versuch, einem Leben gerecht zu werden –
mit all seinen Kanten, Widersprüchen und offenen Enden.

Dieses Buch ist kein Denkmal.
Es ist ein Gespräch, das weitergeht.

Und vielleicht ist das alles, was Literatur manchmal leisten kann:
einen Raum öffnen, in dem etwas weiteratmen darf.

Der letzte Blick aufs Meer
(als Theatermonolog)

Schiffsdeck bei Nacht. Kein Pathos. Kein Nebel. Nur Dunkelheit.
Carl steht an der Reling. Lange Stille. Er spricht, ohne sich umzudrehen.

Carl:

Ich habe immer behauptet, ich gehöre hierher.

Zum Wind.
Zum Salz.
Zu diesem endlosen Geräusch.

(Pause.)

Das war leichter, als irgendwo zu bleiben,
wo jemand meinen Namen sagt
und erwartet, dass ich antworte.

Ich bin nicht wegen des Meeres gegangen.

Ich bin gegangen,
weil ich nicht wusste, wie man bleibt.

(Pause. Atmet durch.)

Du hast damals gefragt,
wann ich zurückkomme.

Ich habe gesagt: bald.

Ich wusste schon da,
dass das gelogen war.

Nicht, weil ich dich nicht wollte.
Sondern weil ich mich selbst nicht ausgehalten habe
zwischen vier Wänden.

Auf See bin ich keiner gewesen, der versagt.
Da war ich Funktion.
Handgriff.
Kurskorrektur.
Kein Sohn.
Kein Vater.
Kein Mann, der etwas erklären muss.

Nur ein Körper im Wind.

(Pause. Leiser.)

Weißt du, was das Meer wirklich ist?

Ein Ort,
an dem dich niemand fragt,
warum du gehst.

(Pause. Er schluckt.)

Ich habe immer gedacht, Freiheit bedeutet,
niemandem zu gehören.

Aber vielleicht bedeutet sie nur,
dass einem niemand fehlt,
weil man sich nie ganz gegeben hat.

(Lange Stille.)

Ich habe so viele Häfen verlassen,
dass ich irgendwann vergessen habe,
wo ich hätte bleiben sollen.

Und jetzt stehe ich hier
und merke,
dass das Meer mich nie gerufen hat.

Ich habe es benutzt.

Damit ich nicht zurückmusste.

(Pause. Fast flüsternd.)

Wenn ich heute an Land gehe…
dann nicht, weil ich müde vom Wasser bin.

Sondern weil ich müde bin
vor mir selbst davonzulaufen.

(Das Wasser schlägt gegen den Rumpf. Er schließt kurz die Augen.)

Vielleicht ist das der erste ehrliche Schritt
meines Lebens.

(Licht aus.)

Andere Räume

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